Und dann kam 2020 oder besser gesagt Fuck you Corona
Wie jedes Jahr planten wir auch in 2020 schon recht früh unsere Oster-und Pfingsturlaube.
Bedingt durch die Pandemie wurden wie gesagt die Grenzen geschlossen und so wurden auch sämtliche Urlaube abgesagt. Ein Anruf in der Wassersportschule verrät mir : Theorie wäre möglich, Praxisfahren leider nicht. Führerschein abgesagt voraussichtlich bis Juni. Okay, ist zwar schade, aber damit könnte man ja leben. Ob nun Mai oder Juni - egal. Hauptsache, der Traum wird endlich wahr.
In diesem Jahr sollte es anders sein, da mir meine Eltern zu Weihnachten einen Gutschein für die Kosten für den Sportbootführerschein geschenkt haben und die Fahrschule im ganzen Monat Mai in Roermond stattfinden sollte. So buchten wir für Ostern den Camping Marveld (um dann dort beim großen O zu shoppen), und für den ganzen Mai inkl. Pfingsten jedes Wochenende Roermond, damit wir freitag Abend zur Theorie und Samstag zur Praktischen Fahrstunde können ohne groß an-und abreisen zu müssen. Ausserdem sollte dann planmäig am Pfingstsamstag Prüfung sein. Die Vorfreude auf den Mai war riesig, denn den Wunsch mit dem Sportsbootführerschein habe ich seit 1996..wie das Leben so spielt kam es nie dazu. Jetzt, da unsere Tochter erwachsen ist und meine 3 Bonuskinder inzwischen selber Kinder haben, sollte für uns der 2. Frühling beginnen und das Hobby Boot endlich wahr werden.
Kurz vor Karneval dann die ersten Meldungen, eine neue Grippe namens Covid 19 Corona , ist auf dem Vormarsch, es gibt keine Impfung und auch in Deutschland waren die ersten Fälle bereits bekannt. Karneval wurde überall kräftig gefeiert, alles war eigentlich wie immer. Unsere Tochter befindet sich in der Ausbildung als staatlich geprüfte Erzieherin im Kreis Heinsberg. An Weiberfastnacht hatte sie morgens noch 2 Stunden Unterricht, ehe auch im Berufskolleg gefeiert wurde. 1 Woche sollten die Karnevalsferien andauern.
An Rosenmontag dann die Meldung: Im Kreis Heinsberg werden alle Schulen geschlossen, voraussichtlich bis 02.03.20 wegen Corona. Anfangs freuten wir uns noch über die unfreiwillig verlängerten Ferien. Im Kreis Heinsberg waren besonders viele Infizierte durch eine Karnevalsfeier im Zelt. Inzwischen wurden auch in der Städteregion Aachen mehrere Schulen und Kindergärten geschlossen, da es immer mehr und rasend schnell neue Infizierte gab. Besonders gefährdet seien Vorerkrankte und ältere Personen. Tag für Tag Meldungen über weitere Tote und Infizierte weltweit.
Mitte März wurden alle Restaurants, Ess-und Trinkgelegenheiten geschlossen, der Einzelhandel lag still. "Stay at home" war die Devise, alle sollten nach Möglichkeit zu Hause bleiben um sich und andere vor der Erkrankung zu schützen.
Plötzlich wurden Grenzen geschlossen. Das, was für uns undenkbar war, traf ein. Einfach mal nach Belgien rüber zum Einkaufen - verboten. Tanken in Luxemburg - verboten. Die simplesten Dinge - mit einem Schlag vorbei. Kein Eis essen in der Eisdiele, keine Pommes beim Griechen, kein Kino, kein Theater, keine Chorprobe...alles abgesagt. Touristische Reisen wurden verboten, nur zu Geschäftsreisen durfte man in Hotels oder Campingplätzen. Jeder, der länger als 72 Stunden in NL war, musste anschließend für 14 Tage in häusliche Quarantäne. Für mich als Grenzgänger gab es eine Pendlerbescheinigung, die mir ermöglichte, die niederländische Grenze problemlos zu überqueren und nach Deutschland arbeiten zu fahren.
Fanden wir es am Anfang noch schön, unfreiwillig zu Hause bleiben zu müssen, so wurde es doch im Laufe der Zeit zu einer ganz schönen Belastung. Es war wahrlich keine schöne Zeit.
In unserer Verzweiflung campten wir an einem schönen Sonntag bei uns zu Hause auf dem Hof
und aßen vor dem Wohnwagen zu Mittag, einfach weil wir Sehnsucht hatten nach unserem Wohnwagen, nach Normalität, nach dem Campinggefühl...
Einkaufen durfte man (wenn auch nur das nötigste), jedoch kam es aus unerklärlichen Gründen zu Engpässen, da es leider unnötigerweise Hamsterkäufer gab. Keine Nudeln, kein Toilettenpapier, keine Hefe..über Wochen war es wirklich ein Kampf jeden Tag mit den Corona Regeln zu kämpfen. Selbst Familienfeiern wurden verboten und so wurde nicht nur das Osterfest für viele sehr einsam. Auch Besuche im Krankenhaus und Altersheim wurden ebenfalls untersagt und so starben Millionen Menschen einsam und verlassen, ohne von ihren Angehörigen Abschied nehmen zu können. Grausam.
Bedingt durch die Pandemie wurden wie gesagt die Grenzen geschlossen und so wurden auch sämtliche Urlaube abgesagt. Ein Anruf in der Wassersportschule verrät mir : Theorie wäre möglich, Praxisfahren leider nicht. Führerschein abgesagt voraussichtlich bis Juni. Okay, ist zwar schade, aber damit könnte man ja leben. Ob nun Mai oder Juni - egal. Hauptsache, der Traum wird endlich wahr.
Wir verschoben also den Osterurlaub auf die Herbstferien und sagten den Mai in Roermond komplett ab bis auf den Pfingsturlaub. Ich dachte mir, bis dahin ist Juni, bis dahin ist wieder viel erlaubt. Das stornierst du mal lieber nicht. Ich sollte recht behalten.
Mitte Mai wurden tatsächlich große Lockerungen weltweit bekannt und so war auch das Campen wieder erlaubt. Zwar mit Einschränkungen (damit leben wir ja nun schon seit Februar), aber es ist erlaubt.
So fuhren wir also an einem strahlend schönen Samstag nach Maaseik/Belgien und atmeten sehr glücklich die gute Luft an der Maas ein und fuhren von dort aus weiter nach Roermond/NL um mal einen Tag raus zu kommen, mal was anderes zu sehen und mal Abstand von dem Corona Virus zu bekommen.
Wir hatten Glück und fanden einen kleinen Campingplatz, der für das Christi Himmelfahrt Wochenende noch Kapazitäten frei hatte und so buchten wir dann für Ende Mai unsere 1. Ausfahrt in 2020
Wer hätte das gedacht?
So wurde am Ende doch noch alles gut..

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